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Das ist unser Postkasten für Euch. Wir füllen ihn regelmäßig mit allen wichtigen Informationen aus Jugendseelsorge und BDKJ. Um Euch die Suche zu erleichtern, ordnen wir unsere Nachrichten nach Jahrgängen.

Gesegnetes Ägypten – Studienreise junger Erwachsener nach Ägypten

Gesegnetes Ägypten –
Studienreise junger Erwachsener nach Ägypten

Kaum ein Land hat die Religionsgeschichte der Menschheit so tief geprägt wie Ägypten. Wer dorthin reist, reist nicht nur auf einen anderen Kontinent, sondern auch durch Jahrtausende zurück. Dabei entdeckt man, wie die großen Fragen nach Gott, Tod, Erlösung und ewigem Leben immer wieder Menschen bewegten. Es ist eine Suche nach den Antworten auf die großen Fragen des Lebens. Dieser Suche verschrieb sich im März eine Gruppe junger Erwachsener aus den Pfarreien Cottbus, Görlitz, Wittichenau und Großräschen, die gemeinsam mit Kaplan Markus Winzer zu einer Studienreise nach Ägypten aufbrach.

Von der Sehnsucht nach Ewigkeit

Vor den Toren Kairos, im Schatten der Pyramiden, tauchten die Teilnehmer in die Jenseitsvorstellungen der alten Ägypter ein. Der ausgeprägte Totenkult, dessen steinerne Zeugen die Pyramiden sind, ist Ausdruck der menschlichen Sehnsucht nach einem Leben nach dem Tod. Die Pyramiden sind ein eindrückliches Zeichen für die Hoffnung auf ein Leben, das die Grenzen des Sicht- und Beweisbaren übersteigt. Johannes aus der Pfarrei Wittichenau erklärt: „Es ist schon erstaunlich, wie viel Energie die alten Ägypter darauf verwandt haben, sich auf das Leben im Jenseits vorzubereiten, und wie sehr das jenseitige Leben schon Einfluss auf das Leben im Diesseits hatte.“

Damit scheint bei den alten Ägyptern schon eine Hoffnung nach Überwindung des Todes aufzukeimen, die Christus mit seiner Auferstehung letztlich errungen hat. Unser christlicher Glaube übertrifft jedoch jede ägyptische Jenseitsvorstellung bei Weitem, da diese lediglich eine Verlängerung des irdischen Lebens mit ähnlichen Grenzen und Bedürfnissen darstellt. Wir dagegen erwarten im Glauben die Fülle des Lebens in Gottes Herrlichkeit.

Das ägyptische Christentum führt sich dabei auf den Evangelisten Markus zurück, der erster Bischof von Alexandria war – einer Stadt, die über Jahrhunderte hinweg das intellektuelle Zentrum der christlichen Welt war. Vom Glanz der Antike war zwar nicht mehr viel zu entdecken, doch das Glaubenszeugnis der koptischen Christen beeindruckte die jungen Leute nachhaltig.

Gelebte Gottes- und Nächstenliebe

Zurück im Müllviertel von Kairo, in dem vorwiegend Christen unter prekären hygienischen Bedingungen den Müll der Metropole trennen und für das Recycling vorbereiten, erfuhr Louis, dass gerade diese Menschen, die nichts haben, doch reich sind. „Das hilft mir, auch für die kleinen Dinge dankbar zu sein. Überhaupt hat sich in Ägypten mein Blick für das Unscheinbare geschärft,“ resümiert Louis. Auch wenn die Menschen im Müllviertel in bitterer Armut leben, so zeugt doch ihre liebevolle Fürsorge für ihr Gotteshaus von dem, was wirklich wichtig ist. „Das hilft mir zu erkennen, was in meinem Leben wichtig ist,“ sagt Louis.

In einem mehrheitlich muslimischen Land sind die Kopten täglich zu einem Glaubenszeugnis herausgefordert, das sie auch bereitwillig geben – teilweise auch bis in unsere Tage bis hin zum Blutzeugnis als Märtyrer. Hier leuchtet auf, was der Kern unseres Glaubens ist, das keine Bedrängnis, keine Verfolgung, keine Not uns scheiden können von der Liebe Christi. Die Liebe Christi schließlich drängt die Christen vor Ort, auch treu zu Christus zu stehen und füreinander und für andere da zu sein.

Einen besonderen Dienst der Nächstenliebe üben die Borromäerinnen aus, die den jungen Besuchern einen Einblick in ihren hingebungsvollen Dienst an den Kranken und Schwachen, aber auch in der Bildung gewinnen gewährten. Paula konnte diese aufopferungsvolle Liebe der Ordensschwestern nur würdigen: „Was die Ordensschwestern da für die Schwachen tun, hat mich unfassbar beeindruckt – gerade den jungen Mädchen durch eine fundierte Ausbildung eine eigenverantwortliche Lebensperspektive zu eröffnen, das ist für mich als Frau besonders beeindruckend.“

Begegnung auf dem Gottesberg

Geistlicher Höhepunkt der Reise war der nächtliche Aufstieg auf den Sinai. Dort auf dem Berg, auf dem Mose die Zehn Gebote erhielt und Elija seine Gottesbegegnung hatte, hatte auch Louis im Morgengrauen bei aufgehender Sonne eine berührende, geistliche Erfahrung: „Da konnte ich beten.“ Nach dem mühevollen Aufstieg in Dunkelheit, bitterer Kälte und eisigem Wind habe er durch das Gebet beim Sonnenaufgang eine innere Energie verspürt, die sein Herz entzündet habe. „Ich habe dort wirklich erfahren, wie wunderbar und groß Gott ist, wenn schon das, was er erschaffen hat, so großartig ist“, bekennt er. Auch Johannes wird gern an seine Gotteserfahrung auf dem Gottesberg zurückdenken, wo die Gruppe im neuen Licht des anbrechenden Tages die Heilige Messe feierte. Das Licht der aufgehenden Sonne wurde so zum Zeichen für Christus, der das Licht der Welt und selbst die Dunkelheit des Todes mit dem Licht des Lebens erhellt hat. So wurde der Morgen auf dem Sinai für die Teilnehmer zu einer österlichen Erfahrung.

Die Sehnsucht die Spuren Gottes in einem Land zu entdecken, das zunächst geprägt war von heidnischen Götterkult und heute mehrheitlich muslimisch ist, war ein Kernanliegen dieser Reise. Tatsächlich besuchten die Teilnehmer auch immer wieder christliche Stätten inmitten einer andersgläubigen Umgebung und hörten die biblischen Texte – angefangen von der Rettung des Mose aus dem Nil, seiner Gottesbegegnung am Dornbusch, die Offenbarung der Herrlichkeit Gottes und der Zehn Gebote, die Gottesbegegnung des Elija am Horeb und bis hin zur Erzählung vom Aufenthalt der Heiligen Familie in Ägypten – an den originalen Schauplätzen.

Zeugen für Christus

Das einhellige Fazit der Pilgergruppe lässt keinen Zweifel aufkommen, dass die Reise nicht nur einem Bildungsauftrag gedient hat, sondern auch den Glauben der Teilnehmer gestärkt hat, und dadurch tatsächlich zu einer Pilgerreise geworden ist.

Beim Abschied gab die christliche Reiseleiterin zu erkennen, dass sie selbst auch als Beschenkte zurückbleibt. Das ehrliche Interesse der jungen Leute am Glauben, ihre Suche nach Gott und die Strahlkraft ihrer christlichen Überzeugung gebe ihr Hoffnung für die Zukunft Europas: „Europa braucht Menschen wie euch, die treu zum Glauben stehen und ihn verkünden,“ schreibt sie den Jugendlichen ins Stammbuch. Solche Christen wie euch brauche die Welt, die Christus bezeugen und ihn in allen Dingen suchen, finden und verkünden.

Jahresplan 2026 - Wenn der Heilige Geist Dir um die Ohren fliegt

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